Mid3Sitzung008

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Midgard 3

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Datum: 12.06.2011
Dauer: 4h
Spielleiter: Björn
Spieler: Nina: Aasa (Se Gr9), Harry: Beowulf (GHx Gr9), Nicky: Claves (Wa Gr7), Hajo: Tam-Ceren (Hl Gr4)
Szenario: Das Land das nicht sein darf (Alexander Huiskes)
Beginn (Spielwelt): 11.01.2415
Ende (Spielwelt): 20.01.2415



Realwelt

Die unten beschriebene Enträtselung des Sehenden Schlüssels fand parallel zur ausgedehnten Lernphase statt (siehe letzte Sitzung). Das rechts angegebene Startdatum 11.01.2415 bezieht sich auf den Beginn der Reise nach Kuz Alhadur.

Spielwelt

14./15. Luchsmond

Der Losdag war vergangen, als eine kleine Gruppe düsterer Gestalten zum Pier des Hafens Geltins hinab ging. Der eine trug eine große Schüssel, der zweite ein in ein graues Seidentuch gehülltes Etwas und der dritte einen diskusartigen Gegenstand. Es waren ihrer jedoch vier an der Zahl, die sich nun gedämpft über ihr weiteres Vorgehen stritten; bis jener mit der Schüssel Meerwasser in die Schale laufen ließ, eine kleine Weile nach eine geeigneten Position suchte, um dann in der Schüssel, in der sich der schimmernde, abnehmende Mond Midgards spiegelte, den Diskus zu versenken. Mit einer weiteren fahrigen Geste nahm er eine große silbrig glänzende Münze aus der Seidenumhüllung und legte sie behutsam auf den Diskus. Ein schwaches Leuchten erhellte das Gesicht des jungen Nomaden, als die Münze zerfloss und mit ihm auch die matte Umhüllung dieses eigenartigen Artefaktes, das sich darunter wie milchiger Kristall darbot. Scheppernd prallte die Schüssel auf die mit Steinen und Holz verstärkte Kaimauer und nur wenig später auch der schlaffe Körper des hageren Jünglings. Seine Gefährten springen zu ihm, einer nimmt den milchigen Diskus an sich, während die beiden anderen den keuchenden Mann halten. Er zittert etwas und Schweiß perlt ihm von der Stirn, aber schon bald öffnen sich seine flatternden Lider abrupt und er starrt zu den blassen Diamanten des samtenen Himmelszeltes. Mit rauher Stimmer flüstert er seinen Freunden etwas zu, das nur für ihre Ohren bestimmt zu sein schien und rappelte sich langsam auf. Er steht wackelig und muß sich auf die Schulter eines seiner Gefährten stützen, die sich nun zügig wieder auf den Weg zum Schloß machen, die Schale bleibt unbeachtet liegen.

Einige Tage vergehen, bis Tam-Ceren, der junge Heiler und Initiator des ersten Rätsels wieder auf den Beinen ist. Man versammelt sich etwa eine Woche später im Kaminzimmer der Schloßes.

22. Luchsmond

Der Diskus liegt nun, matt das Licht des Feuers wiederspiegelnd, auf einem Tischchen vor den Sesseln, in denen sich die Gruppe hineinfallen ließ. Alle sind erschöpft von ihrem Tagewerk. Die einzige Frau im Raum, eine kräfitge Waelingerin mit zwei gefährlich scharf wirkenden Äxten, grummelt etwas von Muskelschmerzen, während der Bär von einem Mann noch immer über einer einfachen Übersetzung sitzt und die Zusammenhänge zu verstehen sucht.

Der sehnige Jäger, der Claves gerufen wurde, wollte sich nun auch zu seinen Freunden setzen, als ihm etwas merkwürdiges auffällt. Er greift nach dem Artefakt und hält es etwas dichter ans Feuer, wodurch die Runen auf der Oberfläche deutlich zu Tage treten.

Der bullige Hexer brummt etwas von Zwergenrunen und versucht sich an einer Übersetzung, die ihm aber nicht recht gelingen will, sodass er eine Abschrift der Runen anfertigte und sich auf den Weg zu Dvarsker, einem Zwerg, der eine Diplomatenrolle hier im Schloß ausfüllt, machte. Nach einem Fässchen Bier und etlichen Stunden Gesang kam Beowulf, so hieß der ehemalige Axtschwinger, am Morgen mit einem leicht wehleidigen Gesicht zu seinen Gefährten zurück. Natürlich auch mit der entsprechenden Übersetzung:

               "Zur Schicksalsschau als Zahl gehoben,
                zeigt das verdeckte Oben
                aufgedeckt das Maß der Dinge.
                Perle auf Perle muss im Takt des Blutes
                genau die gemessene Lebenskraft
                von Sternen- oder Erdgeborenem
                hierauf sich ausbreiten."  

Es verging nun fast ein Monat, bevor die amazonenartige Waelingerin Aasa während eines Übungsgerangels plötzlich ihre Deckung fallen ließ und laut aufschrie, als sie die Faust ihres Übungspartners hart am Kinn traf. Aber sie hatte eine Idee.

20. Einhornmond

Dvarsker war beinahe sofort bereit zu helfen, als die Gruppe zu ihm kam und um ein paar Trofen seines Blutes bat... naja, um ehrlich zu sein, weigerte er sich beharrlich, bis ein erneutes Fässchen Bier seine Laune verbesserte und er einwilligte.

Sie versammelten sich erneut in dem Kaminzimmer. Die Anzahl an Blutstropfen, die auf dem machtvollen Gegenstand geträufelt werden sollte, wurde durch Ziehen einer zwergischen Runenorakelkarte festgelegt. Also, gesagt - getan, und die Wirkung war augenscheinlich, nicht nur bei dem Artefakt. Die vier Tropfen liefen langsam über die milchige Oberfläche, als Dvarska plötzlich keuchend zusammen sackte und der Diskus schmolz, wie er es schon zuvor getan hatte, und unter der Schale eine silbrig glänzender fünfzackiger Stern zum Vorschein kam. Dvarska kommt Sekunden später wieder zu sich. Sein Gesicht wirkte eingefallen und grau, und mit bebender Stimme erzählt er von einer Vision, ähnlich der, die Tam hatte.

Ein lautes Lodern des Kamins übertönte aber seine flüsternde Stimme, und erneut schien das Gesagte nicht für die Ohren anderer bestimmt gewesen zu sein.

Die Vision veranlasste Tam dazu, sich sieben Tage allein in einer Kerkerzelle einschließen zu lassen, um in Einsamkeit über das Problem nachgrübeln zu können und um seine Lösungstheorie auf die Probe zu stellen. Man muß sagen, er hätte auch etwas Nützliches tun können in der Zeit.

27. Einhornmond

Inzwischen kamen die anderen auf eine bessere Idee, und als Tam aus seiner selbstgewählten Askese wiederkam, brachten sie den Stern zu Bärchen alias Oberbefehlshaber Puscyn, da er Elfenblut in sich trug und sie hofften, es helfe.

Tatsächlich trafen sie ihn auf dem Übungsgelände des Schlosses bei Wehrübungen mit seinen Mannen, und er ließ sich nicht lange bitten. Er sah im Licht der Sonne Runen auf der Oberfläche, wie es schon zuvor geschah, und nun konnten sie auch die Abenteurer sehen.

Es schien wieder Zwergenrunen zu sein, die Beowulf abschrieb, allerdings war der Text offenbar verschlüsselt. So suchten sie in den Weiten der Schlossbibliothek nach einer Entschlüsselungsmöglichkeit. Tatsächlich brauchten sie nur etwa eine Stunde, bevor sie fanden, was sie suchten, und eine Übersetzung anfertigen konnten:

               "Fünfe leben der Kürze entgegen, der Hitze, dem Licht.
                In sie musst du halten die Fünfe, die aus Erde geboren
                und in Kuppen enden, die nur noch selten die Erde berühren,
                und all dies behalte im Zentrum der Hitze
                zum selbst bestimmten Fünffachen des Knöchelchens im
                eigenen Takt." 

Doch was nun?

Da es noch Tag war, trat die Gruppe mitsammt Dvarsker wieder auf den Hof, und Tam streckte den Stern auf seinen Fingerkuppen balancierend gen Sonne. Der Blitzschlag kam aus heiterm Himmel... im wahrsten Sinne des Wortes, und schon lag Tam erneut.

Dvarska versuchte dasselbe mit ähnlichem Ergebnis. Damit hatten die anderen erstmal genug, und sie gingen wieder ihrem Tagewerk nach.

Es vergingen Monate, bis sich wieder einer der Freunde um den Schlüssel kümmerte, zumal alle innerhalb ihrer Studien und Meditationen beschäftigt waren.

Tam ritt viel in die nähere Umgebung, um seinem geschwächten Band zur Lebensquelle wieder Nahrung zu geben. Aasa übte verbissen mit Axt und Schild, Beowulf sah man kaum mehr an der Sonne, da sich seine Studien hinzogen, und Claves wurde nur selten zwischen den Bäumen des angrenzenden Waldes zu sehen.

So verging fast ein dreiviertel Jahr, und es wurde wieder Winter. Der Trollmond ging ins Land, als Aasa des nachts erwachte und einer Eingebung folgend alle anderen weckte, die über den Winter ins Schloß zurück gekehrt waren.

7. Trollmond

Sie stellte fünf Kerzen auf, im schicksalhaften Kaminzimmer des Schlosses, während Claves versuchte, das Feuer wieder zu entfachen.

Unsere Kriegerin berührt die fünf Zacken des Sterns mit den jeweiligen Flammen und erneut brach ein Blitz aus dem Artefakt heraus.

Claves, der dem ganzen tun nachdenklich zugesehen hatte, nahm der fluchenden Aasa das Artefakt ab und balancierte es auf seinen Fingerspitzen, die er wiederum über die fünf Flammen hielt. Wie vom Blitz getroffen, was keinen der vier weiter beunruhigte, fiel er um und zuckte etwas. Der Stern jedoch schmolz erneut und zeigte auf einer güldene Oberfläche Runen.

Claves, der sich nun wieder aufzurappeln versuchte, blickte aus tief liegenden Augenhöhlen und mit eingefallenen Wangen die Gefährten an. Neue, kleine Falten hatten sich um die Mund- und Augenwinkel herum gebildet und auch auf seiner Stirn. Nicht allzu auffällig, aber doch bemerkbar. Er erzählte mit krächzender Stimme von dem Erlebten, das von dem Rufen des Nachtwächters übertönt wurde... es war die dritte Stunde des kommenden Morgens.

8. Trollmond

Da Beowulf mittlerweile recht gut in verschiedenen Sprachen geworden war, konnte er eine passende Übersetzung der zwergischen und elfischen Runen auf dem Stern anfertigen:

             "Viele Generationen haben wir benötigt -
                  drei Völker,
                  ein Wesen,
                  fünf Barrieren,
                  und nun die letzte:
              der Name des Trennungsortes,
              des ersten, wo das Gewissen der Erleuchteten zu schlagen
              begann.
              Bedenke weise dein Tun."

Beowulf überlegte laut, als bei Erwähnung des Namens "Kuz Alhadur" er einen Schlag bekam, wie er zuvor schon ausgeteilt wurde.

Aasa, die sich allem Anschein anch etwas verlohren bei dem ganzen Gedenke vorkam, runzelte verwirrt die Stirn und sprach "Tra'alkashh". Später behauptete sie steif und fest, daß sie uns nicht erklären könne, was es mit diesem Wort auf sich habe.

Hierauf kam das Artefakt in Bewegung. Ein Auge ging in der Mitte des Sterns auf, blickte sich kurz um und saugte dann das Gold auf, als sei es flüssig und das Auge ein Mund...es war zum Fürchten. Der Stern wurde unter dem Gold strahlend Silber, und ein grünes Auge mit goldenen Sprenkeln blickte uns an.

Eine kollektive Vision schien die Freunde zu befallen, da sie wie ein Mann zu Boden gingen. Als sie wieder erwachten, blickte sie das Auge weiterhin bohrend an und die verwirrte Gesichter von Tam und Claves sprachen Bände, als eine Stimme in ihrem Kopf erklang die sagte: "Bringt mich nach Kuz Alhadur!"

Aasa und Beowulf wiederum blieben von der Stimme verschont, die nun lauthals ihr Recht fordert. Da Beowulf den beiden nicht recht glauben konnte, meinte Tam laut zum Stern, er solle ihn mal blitzen, was er auch prompt machte und womit alle Unklarheiten beseitigt werden konnten. Die Freunde trennten sich wieder, um nach Hinweisen über Kuz Alhadur zu suchen. Tam durchforschte die Bibliothek, während Beowulf wieder zu Dvarsker ging, um ihn auszuhorchen.

Tatsächlich sei das Thema bei den Zwergen tabu (Dvarsker nannte es "olmata"), und er wisse nichts darüber, aber wenn sich die Freunde dennoch auf den Weg machen wollten, so gebe er ihnen ein Freundschaftzabzeichen mit, so dass sie sich zumindest um die Zwerge keine Gedanken mehr machen bräuchten. Er nannte es Mahalsschmuck. Nach etwas mehr Bier erzählte der alte Haudegen doch noch ein wenig mehr, soweit er es wisse. Kuz Alhadur, was auf zwergisch "Ort der Silberpfade" heiße, läge in Belogora im Iweltal, oder auf zwergisch Kuruz Kalstazan, was "wo der Schatten gebunden ist" heiße.

Mehr war aus ihm nicht heraus zu holen, zumal Beowulf und er dem Bier immer freudiger zusprachen und es noch andere interessante Gesprächsthemen gab. Bevor Beowulf sich von dem bärtigen Freund lösen konnte, mußte er ihm versprechen, sollten sie sich auf den Weg machen, was zu der Stunde schon so gut wie beschlossen war, müsse Beowulf ihm alles haargenau erzählen, was sich in Kuz Alhadur tun würde.

9. Trollmond

Da Myxxel Ban'Dor der Hofmagus zu einem den Abenteurern lieben und teuren Freund geworden war, erzählten sie ihm von Kuz Alhadur, wo der sehende Schlüssel, der nicht umsonst diesen Namen trug, hin wollte.

Er war ganz aufgeregt und unterbrach dafür sogar seine Erzählung an Aasa, wie sich ihr Blutsbruder, der wohl momentan anderen Pflichten nach kam, schlüge. Er gab Aasa ein Seidentuch mit mystischen Zeichen, womit sie ihn rufen könnten, wenn es Zeit würde die Sa-Kugel nach Kuz Alhadur zu bringen.

Da es aber noch Winter war und die Reise erst in Frühjahr los gehen sollte, hatten die Freunde noch etwas Zeit, die Reise vorzubereiten, dem nörgelnden Schlüssel zuzuhören, zu lernen und ein oder zwei Bierchen in der Taverne zu trinken, wo die Gäste mit angehaltenem Atem den Erzählungen der Freunde lauschten.

10. Bärenmond

Die Vorbereitungen waren beendet, der Schlüssel war zwar etwas grummelig, ob der langen Wartezeit, aber auch aufgeregt, denn nun ging es endlich los. Die Pferde waren gesattelt, Proviant, Zelte und Bergausrüstung türmten sich verteilt auf den Rössern der Abenteurer. Unter vielen Schulter- und Handschlägen, gutem Rat und hier und da einer kleinen Träne verließen die Freunde das Schloß des Fürsten von Geltin und ganz Moravod. Sie nahmen auf Anraten des Schlüssels, der allerdings nur eine Richtung vorgeben konnte, die Reichsstrasse gen Norden. Der Verkehr war noch relativ dürftig, da der Boden noch gefroren war, mancherorts sogar noch kleine, nur langsam schmelzende Schneeaufhäufungen lagen und die Luft kalt war. Dennoch lag bereits der Duft des aufkommenden Frühlings in der Luft. Ein klarer Tag mit einer wärmenden Sonne verhieß eine ruhige Reise.

14. Bärenmond

Die Freunde brauchten vier Tage bis Warogast, welche die zweitgrößte Stadt in Moravod darstellt. Bis hier hatten die Reisenden jeden Abend in einem Gasthaus verbracht, was sie auch in Warogast taten. Der hier herrschende Fürst Dobromil Stojatschin, der zumindest nominell treu dem herrschenden Fürstenhaus gegenüber steht, wurde dabei bewusst umgangen, denn sein Ruf gereichte ihm nicht zur Ehre.

15. Bärenmond

Am nächsten Tag ging es weiter die Straße entlang, nunmehr gen Nord-Osten, bis am Anfang des darauffolgenden Tages der Schlüssel wieder aktiv wurde.

16. Bärenmond

Kurz nach Aufbruch aus der einfachen Wirtsstube machte der sehende Schlüssel die Kameraden darauf aufmerksam, dass sie an die "Kreuzung" der erdachten Linie seines Sinnes und der Strasse gelangt seien und man nun Querfeldein reiten müsse. Es gab noch andere Möglichkeiten, wie man weiterhin die Straße nutzen könnte, aber nach einer kurzen Beratschlagung ging man doch den Weg des Schlüssels. Die Reisestrecke, die man nun in einem Tag bewältigen konnte, fiel zwar nicht mehr so groß aus, aber da die Vier die Natur gewöhnt waren, störte sich niemand daran.

Der noch winterlich anmutende Wald war licht und die Luft hier war kühler als in Warogast oder Geltin. Die Zweige gaben einen klackernden Takt im Wind, zu dem sanften Stampfen der Hufe auf dem weichen Waldboden und Knirschen, wenn die Pferde in Schneefelder hinein liefen.

Der Abend brach herein, und an einem Feuer verbrachten die Freunde einen Abend mit alten Geschichten, über dem Feuer heiß gemachtem Met und etwas Brot und Käse aus den Rationsbeuteln.

17. Bärenmond

Am nächsten Tag gegen Mittag stolperten die vier Wanderer über eine Art steinerne Bank, die über und über beschnitzt wurde und wie aus dem Boden gewachsen aussah. Die Symbole darauf zeigten Hunde, Pflanzen und vieles mehr aus dem Naturreigen.

Als sie sich wundernd und alamiert umblickten, wirbelte plötzlich eine kräftige Böe um die Bank herum, die in einem Wirbel endete, der sich immer mehr zu einem Männeroberkörper mit dem Wirbel als Beine entwickelte.

An der Seite des Mannes standen vier leicht durchscheinende Hunde. Lächelnd trat er, sofern man das so sagen kann, auf Aasa zu, die ihn auch aus früheren Abenteuern her erkannte. Sie wirkte nicht so begeistert wie er.

Allem Anschein nach gehört er zu den Schicksalsgeistern und ist der "Moraviseda des Wandels". Er kam direkt zur Sache und meinte etwas kryptisch: "Ihr werdet die Linie überschreiten.", was er auch immer damit gemeint haben mag. Da das eh geschehe, sollten die Freunde ihm helfen bzw. eigentlich seinen Bruder befreien - wobei es sich eigentlich nur um den Moraviseda des Werdens oder um den des Vergehens handeln konnte...

Tam-Ceren, der sich naturgegeben ein wenig mit der Sagenwelt Moravods und des Läina-Volkes beschäftigen musste, fiel auf, dass in Geschichten, in denen es um die Moravisedas geht, stets nur der des Wandels aktiv in Erscheinung tritt, nie ein anderer, was die Frage aufwarf, was der Bruder getan habe, wenn er sonst doch eher zurückhaltend ist. Darauf wird zwar nicht weiter eingegangen, aber da Aasa dem Geist weitestgehend zu vertrauen schien, kam eine tiefere Diskusion gar nicht auf. Der Geist meinte weiterhin, dass die Freunde seinem Bruder vertrauen sollten und helfen. Alle willigten ein zu tun was getan werden müsse.

Darauf gibt der Moraviseda Aasa ein steinernes Blatt, das dorthin zu tun sei, wo es fehle. Weiterhin schnippte er mit den Fingern und die vier Hunde an seiner Seite verwandelten sich in Statuen, die einmal wieder in Hunde gewandelt werden könnten, indem man ihren Namen rufe. Claves erhielt "Treue", Tam "Liebe", Beowulf "Beherztheit" udn Aasa "Hoffnung". Bei den Hunden handelte es sich im Übrigen um Moravader, eine zähe, dichtfellige Hunderasse, die häufig in den Bergen von Jägern und Waldläufern gehalten werden.

Da der Geist ebenso mit ihnen kommen wollte, fragte er Tam, ob er sich in ihm fortbewegen dürfe, da er eine Zuflucht brauche, um das zu tun. Nach einem kurzen Zögern stimmte Tam dem zu. In einem kräftigen Windstoß fährt der Geist in Tam ein, wobei Tam nichts davon mitbekam oder Änderung verspürte.

Die Reise wurde fortgesetzt, um an dem Tag noch einige Meilen zu schaffen. Während, ob des immer dichter werdenden Unterholzes, Beowulf, Aasa und Claves immer mehr Lärm amchten und immer langsamer wurde, schien Tam geradezu durch das Gehölz zu gleiten. Er hinterließ keine Spur... nicht dass das einen unterschied gemacht hätte, da die anderen dahingehend sehr gewissenhaft waren.

Am Abend wird erneut das Zeltlager aufgebaut und in dessen Mitte ein kleines Feuer gemacht. Die Sonne war bereits untergegangen, als die Axt Aasas plötzlich zu zirpen begann. Als Beowulf aus dem Zelteingang blickte, brummte ihn ein mächtiger Baum an, der direkt vor dem Lager halt gemacht hatte, das Feuer auszumachen. Um nicht in Streit mit ihm zu geraten, wurde seinem Befehl Folge geleistet und er schien zufrieden und verschwand im Wald so lautlos, wie er gekommen war.

18. Bärenmond

Der Wald wurde immer dichter, so dass an Reiten nicht mehr gedacht werden konnte, dennoch verging der Tag ereignislos und die Freunde kamen gut voran.

19. Bärenmond

Der Wald wurde nunmehr noch dichter, denn die Bäume entwickelten sich Stück für Stück zu wahren Riesen und die verästelten Wipfel dämpften immer weiter das Licht. Die Tiere werden weniger und der Wald immer ruhiger.

Die vier Kämpen hatten den dunklen Zauberwald, Racudin, erreicht. Allein der Name ließ Tams Erinnerungen an düstere Geschichten in den Weiten des Racudin-Forstes aufleben. Die mächtigen Baumriesen, die den kleinen Pflannzen kaum Platz oder Chancen lassen sich zu entwickeln haben den Waldboden in einen modrig riechenden dunklen Morast verwandelt, zumal es hier etwas wärmer zu sein schien, da der Schnee, sollte er überhaupt bis zum Boden gekommen sein, zur Gänze fort war.

Von einem Moment zu anderen stehen die Wanderer vor einer Wand aus Holz... dem Stamm eines der besonders mächtigen Urzeitriesen, die man Oldrywen nennt. Der Stamm behielt einen Durchmesser von zehn Schritt, der von leicht leuchtenden Flechten und Moosen eingedeckt wurde.

Die Stimmung des dunklen Waldes hatte sich auch verändert, da diese Kolosse selbst die Reisenden nervös zu machen schienen. Das Halbdunkel, das nur von den leuchtenden Flechten durchdrungen wurde, machte das Gefühl nicht besser.

Aus Neugier fühlte Beowulf nach einem der Flechten und Tam versuchte etwas davon ab zu reiben und mitzunehmen; erstaunlicher Weise färbte sich das Leuchten auf deren Berührung gelblich...was das wohl zu bedeuten hatte?!